Seit einigen Jahren widmet sich DILIAN KUSHEV der Sakralen Musik als Solist von der Orgel
begleitet und ist bei seinem Publikum geschätzt sehr beliebt.
Aus dem Programm:
• Vater unser
• Ave Maria-Schubert
• Ombra mai fu
• Ave Maria-J.S.Bach
• Die Legende von Mönch Pitirim
• Große Doxologie
• In Deinem Himmelreich
• Der reumütige Schächer
• Abendmahlgesang
• Anonym
• Ich bete an die Macht der Liebe
• Panis Angelicus u.a.
ZUM WESEN DER SAKRALEEN MUSIK:
Die Geschichte der sakralen Musik ist für viele Jahrhunderte die Geschichte der Vokalmusik.
Spät erst tritt die Instrumentalmusik hinzu und dann auch nur untergeordnet.
Offensichtlich bedarf jeder Kultus des Wortes. In seiner neuen Gestalt wurde die christliche
Sakralmusik einzig bedeutende Sakralmusik, als das Christentum Staatsreligion wurde.
Mozart verbindet Opernelemente mit der Sakralmusik.
Die eingeführten Elemente sind keine Formelemente als vielmehr dramatische Gestaltung.
Eine Methode, die von den nachfolgenden Komponisten für katholische Kirchenmusik weitergeführt wird.
Das Wort wird zwar nicht überflüssig, aber es ist nicht mehr der wichtigste Bestandteil.
Seit der Neuzeit besteht die Bestrebung, aus dem konkreten Alltag und der konkreten
Erfahrung zur Abstraktion zu finden, eine Abstraktion,
die sich nicht mehr erfahren sondern nur noch denken lässt.
Das lässt die neue Möglichkeit zu, nonverbale Aussagen allgemeinverständlich zu machen. Im 19.
Jahrhundert begann auch das Phänomen, dass ursprünglich sakrale Musik, z.B. eine Messe,
ein Oratorium, eine Passion, aus dem sakralen Bereich gelöst und in den Konzertsaal versetzt wird. Das 20.
Jahrhundert ist noch weitestgehend auf dem Stand des vorigen Jahrhunderts,
ein sakrales Werk kann sowohl im Konzertsaal als auch im Gottesdienst erklingen.
War es bis ins 19. Jahrhundert problemlos möglich, eine Weise einmal mit einem sakralen und
einmal mit einem profanen Text zu gestalten, so kommt nun zusätzlich die Möglichkeit hinzu,
ein sakrales Werk aus seinem Kontext zu lösen und als sakrales Werk in das profane Leben zu stellen.
Es gibt Werke, die ohne ein einziges verständliches Wort eine bestimmte Aussagekraft beanspruchen.
Die nach der Säkularisierung eingesetzte Möglichkeit,
sakrale Musik als Konzert einem breiten Publikum vorführen zu können und die in der
Neuzeit begonnene Möglichkeit, nonverbal eine Aussage machen zu können, haben auch Chancen,
die nicht zu verachten sind.
Auch im Konzertsaal kann eine geheiligte Atmosphäre entstehen, auch ohne den
Knüppel der unmißverständlichen liturgischen Worte kann eine Person tief angerührt
werden von einer rein instrumental ausgeführten biblischen Szene.